Verfasser: Alexander Hoffmann / Erich Gerber
Dr. Robert Gassmann, die Schweizer Großkapazität für Tieftemperaturtechnik, lief beim jüngsten Vortrag im RC Redliwil zu Hochform auf. Er sprach über den „Einsatz von Isotop 3He zur Kühlung von supraleitenden Wicklungen von Elektromagneten“. Noch lange danach saßen die Freunde im Gasthof Wohlfahrt wie schockgefroren an den Tischen. Ähnlich anregend war eine Woche darauf der Vortrag von Prof. Dr. Johann Immergrün, dem führenden Schweizer Linguisten, zum Thema „Die morphologischen Unterschiede zwischen dem Bohtan-Neuaramäisch und dem Barzani-Jüdisch-Neu-Aramäisch“.
Eine Woche später trat Ingenieur Rudolf Hausammann, eine Koryphäe der Bauwirtschaft und Gastdozent an der ETH Zürich, ans Rednerpult und referierte über „Das Festigkeits- und Zähigkeitsverhalten von Mehrlagen-Schweißungen an höherfestigen Feinkornbaustählen“.
Ein weiteres Highlight war schließlich der Vortrag von Prof. Dr. Franz Fiechter zum Thema „Der aktuelle Stand der Teilchenphysik“. Erschöpfend informierte er über Teilchen und Antiteilchen, über Leptonen und Quarks, über masselose Photonen und vor allem über das „massive Z-Boson“. Verstört hörten danach die Rotarier in sich hinein und dachten über die Frage nach, ob in ihrem Körper auch jenes sagenhafte „Graviton“ kreisle, das für die Schwerkraft verantwortlich ist.
Danach seufzte Präsident Bräker: „Wir haben im Club ja tolle Fachleute, die Besten der Besten. Aber irgendwie reißen mich diese Vorträge nicht so recht mit.“ Rotarier Hans Schnurrenberger wusste Rat: „Lassen wir bei diesen Themen doch einfach mal einen Laien als Koreferenten ran. So einfach auf Basis des gesunden Menschenverstands.“
Hans Schnurrenberger machte selbst den Anfang mit dem Feinkornbaustahl-Vortrag. Er fasste Hausammann in einem Satz zusammen: „Wir bauen so, dass es nicht umfällt.“
Die Woche darauf sprach ein Unternehmensberater und erdrückte die Zuhörer mit der Forderung: „Unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen in einer sich kontinuier-lich verändernden und wechselnden Parametern ausgesetzten Welt sehen wir einen Handlungsbedarf zur Implementierung einer innovativen, ganzheitlich integrierten, synergetischen Komplettlösung als priorisiert gegeben an.“
Schnyder meinte im Koreferat: „Man kann auch einfach sagen – wir müssen etwas ändern.“
Es folgte Investmentbanker Marco Klotz mit dem Thema „Derivative Finanzinstrumente wie Collateral Swaps short and long“. Und Schnyder ergänzte: „Das sind Sachen, mit denen man Geld verdienen will, und zwar rasch.“